Geschichte

I

 

Geschichte und Entwicklung von Düsternbrook

Um 1850 wurde das Gebiet der heutigen Düsternbrook Gästefarm erstmals von frühen Entdeckern wie Chapman und Baines dokumentiert, die es als Otjihorongo („Ort des Kudus“) bezeichneten.

Otjihorongo lag an der alten Bay Road – einer Ochsenwagenroute, über die Versorgungsgüter von der Küstenstadt Walvis Bay in die zentralen Regionen des Landes transportiert wurden. Nach dem Ausbruch der Lungenseuche diente eine Quelle bei Otjihorongo, bekannt als „Dabi Poort“, unter der Kontrolle von Jonker Afrikaner als eine der ersten veterinärmedizinischen Quarantänestationen der Region. Ochsen durften diese Station nicht passieren und mussten nach Otjimbingwe zurückgeführt werden; stattdessen mussten neue, „saubere“ Tiere von Jonker Afrikaner erworben werden.

Ziel dieser Maßnahme war es, die Ausbreitung der aus Südafrika eingeschleppten Lungenseuche zu verhindern. Ochsen, die von Norden nach Süden unterwegs waren, mussten hier gegen gesunde Tiere ausgetauscht werden.

Im Jahr 1908 erwarb Kapitänleutnant Matthiesen die Farm und benannte sie Düsternbrook, nach einem Stadtteil der deutschen Hafenstadt Kiel. 1942 ging die Farm in den Besitz der Familie Vaatz über, und 1949 wurde das Farmhaus renoviert und auf seine heutige Form erweitert.

Die Düsternbrook Gästefarm, nahe Windhoek gelegen, umfasst heute etwa 14.000 Hektar. Ursprünglich wurde die Farm als Rinder- und Milchbetrieb geführt.

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Jahr 1962 und den damit verbundenen Einschränkungen im Viehhandel gründete Marga Vaatz, die Mutter des heutigen Eigentümers, die erste Gästefarm und Jagdfarm Namibias.

Ihr Ziel war es, eine Einkommensquelle unabhängig von der Rinderhaltung zu schaffen und gleichzeitig der heimischen Tierwelt einen wirtschaftlichen Wert zu geben. Damit wurden in Namibia die ersten Schritte zur Diversifizierung der Landwirtschaft eingeleitet, indem Wildtiere gegenüber Nutztieren wirtschaftlich aufgewertet wurden.

Dies markierte den Beginn einer weitreichenden Entwicklung: die nachhaltige Nutzung von Wildbeständen, die Entstehung von Gästefarmen und später Lodges in Schutzgebieten sowie die Entwicklung von kommunalen und privaten Conservancies. Das zugrunde liegende Prinzip war einfach und wirkungsvoll: Einnahmen aus der Nutzung von Wildtieren sollen in der jeweiligen Region verbleiben und deren Weiterentwicklung fördern. Dieses Modell erwies sich als äußerst erfolgreich.

Heute gibt es in Namibia über 200 Gästefarmen und Lodges, mehr als 300 Jagdfarmen sowie zahlreiche kommunale und private Conservancies.

Nach etwa zwölf Jahren stellte Marga Vaatz den Gästebetrieb ein, und für rund 20 Jahre wurde die Farm wieder hauptsächlich für Rinderhaltung und nachhaltige Jagd genutzt.

1986 übernahm Johann Vaatz die Farm und eröffnete 1993 den Gästebetrieb erneut. Mit dem Ziel, unabhängiger von Niederschlägen zu werden und den Druck auf das Land zu reduzieren, wurde die Nutzung zunehmend auf eine nachhaltige Wildbewirtschaftung umgestellt. Die Rinderhaltung wurde schrittweise zugunsten der deutlich besser angepassten Wildtierbestände reduziert.

Neben heimischen Wildarten wie Kudu, Oryx, Warzenschwein und Hartmann-Bergzebra wurden auch Tierarten wie Strauß, Giraffe, Gnu und Burchell-Zebra wieder angesiedelt, die bereits in vorkolonialer Zeit hier vorkamen, jedoch durch Überjagung verschwunden waren. Darüber hinaus wurden weitere namibische Wildarten wie Eland, Impala und Rappenantilope  eingeführt, die zuvor aufgrund fehlender natürlicher Wasserquellen nicht in diesem Gebiet vorkamen.

Heute gedeihen auch Arten wie Wasserbock und Flusspferde, unterstützt durch ein umfangreiches System von Wasserstellen und Dämmen.

 

Privacy Preferences
When you visit our website, it may store information through your browser from specific services, usually in form of cookies. Here you can change your privacy preferences. Please note that blocking some types of cookies may impact your experience on our website and the services we offer.