Die Landwirtschaft in Namibia

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Kapitel 3 – Die Landwirtschaft in Namibia

Namibia gehört zu den trockensten Ländern Afrikas und wird regelmäßig von Dürren heimgesucht. Die Niederschläge nehmen vom Nordosten zum Südwesten deutlich ab. Wasserknappheit ist deshalb bis heute einer der entscheidenden Faktoren für Landwirtschaft, Besiedlung und wirtschaftliche Entwicklung.

In Regionen mit mehr als etwa 500 mm Jahresniederschlag kann Ackerbau wirtschaftlich sinnvoll sein. In weiten Teilen Namibias liegen die Niederschläge jedoch deutlich darunter. Dort sind Ernten unsicher und stark von den jeweiligen Regenjahren abhängig. In manchen Gebieten kann Ackerbau nur in besonders guten Regenjahren betrieben werden.

Unter diesen Bedingungen konzentrierte sich die Landnutzung traditionell auf die Haltung von Schafen, Rindern und später auch Wildtieren. Doch auch hierfür ist Wasser die entscheidende Voraussetzung. Da die Niederschläge gering sind, benötigen Tiere große Weideflächen, damit das vorhandene Gras für das ganze Jahr ausreicht.

Vor der Kolonialzeit wurde Wasser hauptsächlich aus flachen Brunnen entlang von Flussläufen gewonnen, wo es näher an der Oberfläche lag. Mit der Einführung moderner Bohrtechnik während der deutschen Kolonialzeit änderte sich dies grundlegend. Nun konnten tiefe Bohrlöcher angelegt werden, die den Zugang zu unterirdischen Wasserführungen ermöglichten.

Die Suche nach geeigneten Bohrstellen erfolgte häufig durch Wünschelrutengänger. Auch wenn die wissenschaftliche Erklärung bis heute umstritten ist, wurden viele Farmbohrlöcher auf diese Weise lokalisiert.

Die Einführung von Tiefbrunnen war ein entscheidender Fortschritt für die Landwirtschaft Namibias. Erstmals konnten große Teile des Landes dauerhaft bewirtschaftet werden. Menschen und Tiere erhielten eine zuverlässigere Wasserversorgung, und in vielen Regionen entstanden Farmen, die zuvor nicht dauerhaft genutzt werden konnten.

Damit war jedoch nur ein Teil des Problems gelöst. Zwar stand Wasser zur Verfügung, doch die Einkommen blieben weiterhin stark vom Regen abhängig. Fielen die Niederschläge aus, fehlte das Gras für die Tiere – und damit oft auch die wirtschaftliche Grundlage vieler Farmbetriebe.

Mehr Unabhängigkeit wurden durch neue Wege in der Landwirtschaft mit nachhaltigen Wildnutzung und Landtourismus geschaffen : siehe Kapital 4

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