Eco Award Namibia auf Düsternbrook
Einleitung
Tourismus ist eine der am schnellsten wachsenden Industrien in der Welt und wie
bei allen anderen Wirtschaftstätigkeiten gibt es zwei Seiten. Auf der einen
Seite bringt Tourismus Arbeitsplätze, Devisen und Kapital für Natur-
und Artenschutz-Projekte und auf der anderen Seite produziert Tourismus Müll,
verwendet Ressourcen und verursacht Sozial- und Umweltkosten. Wegen diesen möglichen negativen Einflüssen drängt die Weltkommission für nachhaltige Entwicklung alle Länder gegen ungesetzliche, beleidigende und ausbeuterische Reiseaktivitäten zu arbeiten, indem sie Wege finden die negativen Einflüsse zu minimieren und die positiven Einflüsse des Tourismus zu unterstützen. Die Welttourismus-Organisation (WTO) hat daraufhin empfohlen, dass jedes Land sein eigenes Programm für nachhaltigen Tourismus ins Leben rufen sollte. Im Jahr 2005 erschuf Namibia daraufhin die gemeinnützige Organisationden "Eco Award Namibia", die nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel fördert, mehr Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen und dabei auch Beschäftigung und Training des lokalen Personals nicht ausser acht zu lassen. Das bedeutet nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch den Lebensstandard für die folgenden Generationen zu erhöhen.
Die gesamte Bandbreite an Unterkunftsbetreiben im weitesten Sinn von Campingplätzen
bis zu Hotels können sich für diesen Award bewerben. Abhängig von
der Anzahl der Punkte, die sie in den geprüften Gebieten - Natur- und Artenschutz,
Wasser-, Abfall- und Energiemanagement, Bau und Landschaft, Guiding, Personalentwicklung
und Soziale Verantwortung - erzielen, haben sie die Möglichkeit maximal 5
Blumen zu bekommen. Beispielsweise achten die Prüfer darauf, welche Energiesparmaßnahmen
praktiziert und ob natürliche Baumaterialien, wie z.B. Naturstein verwendet
werden. Ein weiteres Kriterium ist, ob Personen aus der lokalen Bevölkerung
angestellt und wie sie ausgebildet werden. Es müssen also eine Vielzahl an
Kriterien erfüllt werden, um den Eco Award zu erhalten. Hier auf Düsternbrook haben wir lange vor 2005 angefangen, am nachhaltigen Tourismus zu arbeiten und so gelang es uns bereits im ersten Jahr (2005) 3 von 5 Blumen zu erzielen. Bei der Überprüfung im Jahr 2007 konnten wir das Niveau halten und erhielten wiederum 3 Blumen. Anreiz genug um uns in diesem Gebiet noch weiter zu verbessern. Wir sind sind sehr stolz darauf, dass sich unsere Bemühungen gelohnt haben und wir bei der erneuten Überprüfung Ende 2008 unser Ziel erreicht und die angestrebten 4 Blumen erhalten haben. Wir gehören damit zu einem sehr kleinen Kreis an Unterkünften in ganz Namibia (2 bis 3), die 4 Blumen erhalten haben und unter den Gästefarmen sind wir sogar (bis jetzt) die Einzigen.
Wir sind bestrebt, nachhaltigen Tourismus in allen Gebieten zu fördern und unser Ziel ist es, die Sozial- und Umweltkosten zu reduzieren und die Vorteile zu maximieren.
Auf Düsternbrook erkennen und respektieren wir die Tatsache, dass wir eine Verantwortung gegenüber der Natur haben und wir beabsichtigen Ressourcen zu erhalten, die lokale Gemeinschaft zu entwickeln und schützen und unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
Diese kleine Einführung mit nur einigen Beispielen hat Ihnen hoffentlich etwas Einblick in unsere Tätigkeiten in diesem Bereich gegeben. Ausführliche Information über unsere Aktivitäten in den geprüften Gebieten des Eco Awards finden Sie im Folgenden:
Wasser-, Abfall- und Energiemanagement
Von allen Dingen, die wir hier tun und versuchen zu bewerkstellingen, ist NICHTS
so perfekt, wie Sie es vielleicht von Europa gewohnt sind. Alles hier ist ein
Kompromiss aus verfügbarer Zeit (prioritätsgesteuert in Bezug auf alle
hier auf der Farm anfallenden Tätigkeiten), Resourcen und unserem personellen
Umfeld mit verschiedenen Ausbildungsniveaus. Auf Düsternbrook wird Wasser-, Abfall- und Energiemanagement sehr groß geschrieben. Wir informieren unser Personal über die Wichtigkeit dieser Bereiche in regelmäßigen direkten Gesprächen und unsere Gäste durch zahlreiche Hinweise und Informationen in den Gästezimmern und in unserem Informationszentrum.
Wasser ist der wertvollste Bodenschatz in Namibia. Wir sind das trockenste Land südlich der Sahara und deshalb ist Wassermanagement von grösster Wichtigkeit!
In Namibia verdampft 80 % des Regens sofort,
15 % wird von den Wurzeln aufgesaugt und verdampft durch die Blätter, 2-3 % fließt in die Flüsse und NUR 1 % versickert im Boden und kann somit wieder teilweise für die Wasserversorgung verwendet werden. Unsere Hauptquelle für Wasser auf der Farm ist ein 70 Meter tiefes Bohrloch mit einer elektrischen Pumpe, die sich automatisch nach 20 Minuten abschaltet und ein Windmotor. Alle Aussenposten auf der Farm werden mit Dämmen und Windmotoren betrieben. Weiterhin kontrollieren und erfassen wir regelmäßig unseren Wasserverbrauch und versuchen, dass er innerhalb der Saisondurchschnitte bleibt. Die Bewässerung findet über ein zeitgeschaltetes Sprinkler-System in den frühen, kühlen Morgenstunden statt. Auf diese Weise können wir in kontrollierten Mengen bewässern und die Verdunstungsrate des Wassers gering gehalten. Ferner wird unser Pool über Nacht und den größten Teil der Winterzeit abgedeckt um die Wasserverdunstung einzudämmen.
Zwischen dem anfallenden Abfall und zunehmender Bevölkerung, Tourismusaufkommen und Verbrauchern besteht ein direkter Zusammenhang. Ziel unseres Abfallmanagements ist es, die negativen Einflüsse auf die Umwelt durch touristische Aktivitäten und Farmtätigkeiten durch Abfall-, Boden- oder Grundwasserverschmutzung zu verhindern. Reduce, re-use und recycle sind gängige Begriffe mit denen wir seit Jahren arbeiten. Auf Düsternbrook haben wir ein eigenes Recyclingsystem ins Leben gerufen, bei dem wir in 6 verschiedenen Gebieten sammeln: Papier, Karton, Dosen und Konserven, Hartplastik, Weichplastik und Glas. Das gesammelte Recyclingmaterial bringen wir einmal wöchentlich zum Recyclingzentrum nach Windhoek, wo es aufbereitet und dann zur Wiederverwertung nach Südafrika transportiert wird. Wussten Sie, dass durch die Wiederverwertung einer Getränkedose so viel Energie gespart wird, dass damit ein Fernseher für drei Stunden betrieben werden könnte? Weiterhin verwenden wir leere Gläser wieder für die selbstgemachte Marmelade, Umschläge werden als Trennstreifen verwendet, einseitig bedrucktes Papier wird für interne Internetausdrücke verwendet und der größte Teil unserer Lebensmittelreste wird als Hühnerfutter der Arbeiter eingesetzt. Farm Düsternbrook hat ein eigenes Abwassersystem, in dem das Abwasser in drei Kammern biologisch (anaerobisch) gereinigt wird. 2008 haben wir dieses System um einen Trickling-Filter (aerobisch) erweitert, damit wir das Abwasser in Zukunft für die Gartenbewässerung wieder verwenden können. Durch diesen neuen Filter erhoffen wir uns eine Wasserersparnis zwischen 30 % bis 40 % weil der Garten im Sommer eben viel Wasser verbraucht.
Jede Methode der Energieproduktion hat verborgene Kosten für die Umwelt,
manche mehr, manche weniger. Wir versuchen deshalb auf Düsternbrook den Gebrauch
von bekannt umweltunfreundlichen Energiequellen zu beschränken und verwenden
soweit wie möglich (das ist auch eine Kostenfrage), alternative Quellen,
die erneuerbar und umweltfreundlicher sind z.B.- Warmwasser wird durch Solarenergie erhitz.
- Energiesparlampen werden wo immer es möglich ist, eingesetzt.
- Zur Förderung des Wassers aus tief liegenden Wasseradern nutzen wir unter anderem Windkraft.
- Wir kochen mit Gas.
- Und beim Häuserbau begünstigen wir Steinwände, Vordächer und Fenster zur natürlichen Temperaturregulierung.
Natur- und Artenschutz
In Namibia haben wir verschiedenste Arten von wilden Pflanzen, Tieren und Insekten, die einheimisch oder hier endemisch sind. Jeder und jeglicher Verlust hat seine Folgen. Wenn auch nur eine dieser Arten verloren geht, werden Funktionen gestört, von denen man noch nicht genau, weiss wie die Natur das kompensiert. Sicher scheint zu sein, das extreme Veränderungen des Gleichgewichts unübersehbare Folgen hat. Besser ist es also zu versuchen die natürliche Balance zu halten, ob bei Tierwelt oder beim CO2 Ausstoss.
Auf Düsterbrook
möchten wir die Vielfalt der Natur erhalten und den natürlichen Lebensraum
wildlebender Populationen schützen. Wir sind deshalb eines von 20 Mitgliedern
der Khomas Hochland Conservancy, bei der wir in regelmäßigen
Treffen Fragen bezüglich des regionalen Wildlife Managements besprechen.
Weiterhin siedeln wir einheimische Tierarten wieder an. Beispiel: 2004 haben wir zwei weiße Nashörner eingesetzt. Diese bedrohte Art wurde aus Namibia aufgrund intensiver Jagd und Wilderei in der Vorkolonialzeit vertrieben und ist heutzutage international als CITIES
( CITES= Washingtoner Artenschutzabkommen) Tierart gelistet. Wir haben uns sehr gefreut, dass nach 5 Jahren im April 2009 endlich das erste Nashornbaby auf der Farm geboren wurde.
Außerdem haben wir 2002 die bestehende Population der seltenen Hartmann Bergzebras um 15 weitere Tiere vergrössert. Das seltene Hartmann Bergzebra ist endemisch in Namibia und wegen der begrenzten Anzahl des limitierten Habitat sind diese Tiere auch CITIES gelistet.
Geparden und Leoparden

Ausser den ganz natürlich und freilebenden Leoparden und Geparden auf der Farm haben wir auch Leoparden und Geparden in grossen artgerechten Gehegen. Diese Gehege überschreiten bei weitem die offiziell empfohlenen 1 Hektar pro Tier vom MET (Ministerium für Umwelt und Tourismus). Auf der Düsternbrook Safari Gästefarm versuchen wir Touristen für diese seltenen und gefährdeten Katzen zu sensibilisieren durch "Conservation through Education".
Ein international bekannter Wildtier-Tierarzt, Dr Hym Ebedes bezeichnete die Haltung
der Katzen hier als freilaufend ("free-ranging"), aber nicht selbst
versorgend. Besser lebendig als tot, weil die Gehege viel viel größer
sind als die vorgegebenen internationalen Einzäunungsvorschriften für
Zoos. Unsere beiden Gepardengehege sind zum Beispiel so groß wie die Gesamtfläche
des Zoos in Frankfurt (Deutschland), auf der dort hunderte von Tieren leben. Auf Düsternbrook fangen oder töten wir schon seit vielen Jahren keine wildlebenden Raubtiere mehr. Wir zeigen Ihnen die an Menschen gewöhnten Tiere in Grossgehegen und alle anderen freilebenden Raubtiere auf der Farm können ihre "natürlichen" Kreise ziehen. Verluste die wir an Rindern und Wild haben (schliesslich sind wir ja ein wirtschaftlich funktionierender Betrieb!) werden durch Einnahmen aus dem Gästebetrieb, also auch von den gezeigten Leoparden und Geparden, kompensiert. Jeder Gast, der uns besucht, unterstützt hier also einen Teil des Naturschutzes.
Alle Gäste sind willkommen in unserem Informationszentrum, um mehr über die lokale Tierwelt und unsere Schutzbemühungen zu erfahren.
Bau und Landschaft
Unter "sense of place" versteht man möglichst landschaftsintegriert
zu bauen, d.h. Gebäude sollten möglichst in die Landschaft passen und
NICHT hervorstechen. Hier auf der Farm ist das auch bei neuen Gebäuden unsere
Absicht, den "Sense of place" zu bewahren. "Sense of place"
bezieht sich aber auch auf die verwendeten Materialien, also möglichst natürliche
Materialen wie z.B. Naturstein aus der Umgebung zu benutzen. Wir haben beispielsweise
letztes Jahr ein Anbau an der Küche gemacht, der niemand auffällt, der
es nicht weiss. Man denkt es war schon immer so. Unsere ländliche Lage bietet
Besuchern Zugang zur lokalen Natur- und Tierwelt mit einer Kolonialatmosphäre
der Jahrhundertwende. Alle Gebäude, einschließlich der für die
Angestellten gebauten Häuser, wurden aus Naturstein gebaut. Diese Art von
Stein passt bestens in die natürliche Umgebung und es muss nie neu gestrichen
werden. Die Räume sind so gestaltet, dass viel natürliches Licht während
des Tages in die Zimmer gelangt und das Vordach (kolonialer Architekturstil) verhindert
das Aufheizen der Wände dadurch, dass die Sonne vorher schon "abgefangen"
wird. Dies plus die Luftisolation durch ein Giebeldach führt zu einer natürlichen
Temperaturreglung der Zimmer und bietet ausserdem einen schattigen Sitzplatz.
Auf der Safari Gästefarm Düsternbrook halten wir das Dekor ganz einfach, indem wir viel Holz und Naturfarben verwenden. Desweiteren werden mehrere Gegenstände aus der Kolonialzeit, wie ein alter Ochsenwagen oder der Kessel einer alten Dampfmaschine, die als Wasserpumpe diente, als dekorative Elemente in Haus und Hof verwendet.
Für unsere Gäste haben wir weitere Information über Haus und Hof, sowie die Geologie der Berge usw. in der Broschüre, "Was ist was auf Düsternbrook" zusammengestellt.
Soziale Verantwortung
Soziale Verantwortung bedeutet das fortlaufende Engagement eines Unternehmens
ethisch zu handeln und zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung beizutragen sowie
gleichzeitig die Lebensqualität der Angestellten und deren Familien sowie
der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Ich kann nicht die namibische Gesellschaft alleine "verbessern", aber ich kann wohl versuchen in unserer kleinen Gemeinde auf der Farm Dinge zu verbessern. Deswegen ist sozial verantwortliches Handeln ein wichtigen Aspekt auf Düsternbrook. Mit resigniertem Pragamtismus ( =gelandeter Idealismus) ist es mein Ziel hier im Rahmen, dem Wollen und Möglichkeiten, Arbeit zu schaffen, Bildung zu fördern und die gesundheitliche Lage zu verbessern, um somit die Lebensqualität entscheidend zu verbessern und somit auch die Armut unter der lokalen Bevölkerung zu verringern. Alle Angestellten auf der Farm sind Mitglieder der Familien, die seit Generationen auf Düsternbrook leben. Für unsere Mitarbeiter habe ich solide Wohnhäuser gebaut und zur Verfügung gestellt. Diese verfügen über fließend Wasser, Elektrizität und gute sanitäre Anlagen. Möglichkeiten zum Recycling und zur Abfallentsorgung gibt es ebenfalls. In 2006 haben wir für die Kinder der Mitarbeiter einen Kindergarten ins Leben gerufen. Die Gemeinschaft und Voluntäre kümmern sich nun um das tägliche Management und durch Spenden unserer Gäste wird die Instandhaltung sowie der weiterlaufende Betrieb finanziert. Desweiteren haben wir für die Schulausbildung der Kinder einen Fond eingerichtet, aus dem anstehende Schulgebühren, Bücher, Schuluniformen sowie der Transport zur Schule teilweise bezahlt werden.
Durch die finanzielle Unterstützung durch Trinkgelder wird heute sichergestellt, dass wir ALLE Kinder durch die Schule bekommen und die Schule nicht wie früher, aus finanziellen Gründen, vorher abgebrochen wird. Unser Ziel ist es, allen Kindern auf der Farm den Abschluss der Sekundarstufe zu ermöglichen. Diese Grundlage plus Eigenwille und Antrieb erhöht die Möglichkeit auf bessere Berufschancen und somit eine bessere Lebensqualität, auch zum Vorteil dieser zukünftigen Gesellschaft. Alle Mitarbeiter mit Kindern haben eingewilligt, dass ihre Trinkgelder in das Guthaben eingezahlt werden, zum Vorteil Ihrer eigenen Kinder.
Personalentwicklung
"Every flower will blossom if it is treated well in its particular way!"
Wir bemühen uns, dass auf Düsternbrook gute Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Angestellten herrschen. Jeder Vollzeitbeschäftigte sollte eine schriftliche Berufsbeschreibung haben, so dass grundsätzliche Aufgaben und Erwartungen klar definiert sind.
Auf Düsternbrook hat jeder "on the job training", um den Erwartungen unserer Gäste gerecht zu werden. Mitarbeiter werden ebenso zu externen Kursen wie z.B. Kochkurse, Fahrstunden, Guide Kurse gesendet, um Fähigkeiten zu erweitern und Selbstvertrauen zu stärken. Eine Angestellte wurde auf eigenen Wunsch als Au-Pair-Mädchen nach Deutschland entsendet. Durch die gesammelten Erfahrungen im Ausland hatte Sie bei ihrer Rückkehr wesentlich bessere Berufsaussichten. Heute steht sie wirklich gut da, hat einen guten Job und Vorbildfunktion. Das oder so ähnlich für die meisten Kinder zu erreichen, wäre das ultimative Ziel in diesem Entwicklungstadium. Zwei andere Mitarbeiter wurden zum Fahrschulunterricht gesendet und eine hat ihre praktische Führerscheinprüfung erfolgreich abgelegt, der andere hat es nicht geschafft (der entsprechende Eigenwille muss eben auch da sein). Dies sind nur einige Beispiele. Wir sind über den gewählten Weg sehr zufrieden, alles braucht seine Zeit und viel Geduld, aber die sozio-ökonomische Entwicklung, die hier über die letzten Jahre stattgefunden hat, gibt uns - denken wir mal - recht.
Unsere Regierung in Namibia hat ein Entwicklungsziel genannt: "Vision 2030". Auf Düsternbrook versuchen wir diese Ziele wesentlich eher zu erreichen. Im November 2008 haben wir im Durchschnitt bereits eines dieser Ziele des Einkommens erreicht.
Guiding
Warum ist Guiding wichtig? Touristen aus der ganzen Welt kommen nach Namibia und
eine steigende Anzahl kehrt für zweite oder dritte Urlaube zurück. Aus
diesem Grund ist es wichtig, das alle Guides korrekte und inhaltsreiche Informationen
zur Verfügung stellen.
Auf Düsternbrook stammen alle unsere
Tour-Guides aus der lokalen Bevölkerung was bedeutet, dass viele unserer
Guides nie die Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen. Fortbildung ist
vor diesem Hintergrund keine einfache Aufgabe, aber mit Geduld und Zeit sowie
kontinuierlichem Training können Verbesserungen realisiert werden. Es sind
drei Schritte notwendig 1. man braucht farmspezifische Unterlagen 2. dieses Wissen
muss oder kann dann nur verbal übertragen werden 3. mehrfache Wiederholung.
Damit sind wir gerade beschäftigt und unternehmen alle Anstrengungen, um
das Wissen unserer Guides in vielen Bereichen auf dem aktuellen Stand zu verbessern.
Da Guiding auf Düsternbrook nur kurze Fahrten zu Gehegen und
Touren auf der Farm selber umfasst, findet der größte Teil des Trainings
auf der Farm selbst statt. 2008 hat ein Voluntär (John) ein internes Guide
Training "Düsternbrook unabrigded Safari Training" (DUST) erstellt.
Dieses Training beinhaltet unter anderem eine Einführung zum Guiding, praktisches
Guiding, Leoparden und Geparden, Tiere auf Düsternbrook, Natur- und Artenschutz
usw. das soll nun Praxis umgesetzt werden. Manche Guides werden auch zu externen
Trainings gesendet, wo ihre vorhandenes Wissen und ihre Fähigkeiten bezüglich
der Tier- und Pflanzenwelt in Namibia erweitert wird.
Wir werten
unsere Gästebefragung regelmässig aus, um die Erwartungen unserer Gäste
zu ergründen und ihnen auch gerecht zu werden. Kritiken und Verbesserungsvorschläge
werden wenn (Trend-)berechtigt umgesetzt. Aus diesem Grund bitten wir alle unsere
Gäste, Ihren Aufenthalt in einem Feed-Back-Fragebogen zu bewerten.
Auf der Safari Gästefarm Düsternbrook wissen wir, dass es viel Arbeit
ist, ausgezeichneten nachhaltigen Tourismus zu praktizieren, aber wir nehmen die
Herausforderung gerne an mit dem Ziel, bis 2013 alle 5 möglichen Blumen des
"Eco Award Namibia" zu erzielen. ABER das Ziel ist nicht das Ziel,
der Vorteil ist der Weg dahin.
Unsere Zukunft
Wir wollen mehr! Und deshalb erstellten wir einen nachhaltigen Entwicklungsplan für die nächsten Jahre. Um 5 Blumen zu erreichen, müssen wir auf Solarenergie umstellen. Dies ist sehr kostspielig für uns, da der Strom, den wir momentan beziehen, sehr hoch subventioniert wird. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass wir mit Solarenergie sicher eine sinnvolle Engergiequelle anzapfen und somit auch energieunabhägiger werden. Auch ist die Umstellung auf lange Sicht hoffentlich auch finanziell lohnenswert. Deswegen planen wir bis 2013, Schritt für Schritt, ein solches Solarsystem einzuführen. Bei unser jetztigen Situation den Energieverbrauch zu senken steht im Kontrast zu sozio-ökonomischen Entwicklung, aber es macht Sinn ihn sinnvoll zu gestalten. Durch ein erhöhtes Bewusstsein aufgrund besserer Informationen zum Energiesparen wollen wir den Energieverbrauch von Angestellten und Gästen gleichermaßen steuern.Gesundheitstraining mit einem speziellen Teil über HIV/AIDS ist hier in Afrika von so grossem Vorteil und grosser Wichtigkeit, dass alle Mitarbeiter trainiert und mehr sensibilisiert werden. Damit haben wir uns im Juli/August 2009 beschäftigt.
Außerdem planen wir, für örtliche Schulabsolventen ein 3-monatiges Praktikum im Tourismus Bereich anzubieten. Die/ der Praktikant(-in) durchläuft in dieser Zeit alle betrieblichen Bereiche der Farm, um wertvolle Erfahrungen für ein späteres Berufsleben zu gewinnen.
Was noch? Auf dem Naturschutzgebiet wollen wir den Lebensraum der weißen Nashörner und Hartmann Bergzebras besser erfassen und damit eine GPS Karte erstellen. Ferner kann eine Baum-/ Vegetationskarte erstellt werden, damit wir genau wissen, wo "fremde" Pflanzen sind. Eindringerpflanzen müssen entfernt werden.
Darüber hinaus beabsichtigen wir, mehr innerbetrieblichen Unterricht in Englisch, Deutsch, Computer- und Finanzgrundlagen anzubieten. Dies ist besonders für diejenigen Angestellten wichtig, die nicht die Möglichkeit hatten, die Schule zu besuchen bzw. zu vollenden.
Wir wissen, das uns noch eine langer Weg bevorsteht, aber durch unsere Analysen und entwickelten Pläne sind wir informiert über die anstehenden Änderungen und wir werden uns diesen Erneuerungen bzw. Verbesserungen in den nächsten Jahren widmen.
Vorschläge und Anmerkungen sind in Bezug auf neue Entwicklungen (Solarenergie) jederzeit willkommen. Viele Projekte auf der Farm z.B. Broschüren über Haus, Hof und Geschichte, Guide Training, nachhaltiger Entwicklungsplan, Wasser- und Energieverbrauchsanalyse etc. wurden von engagierten Volontären in einer win-win Vereinbarung erarbeitet. Dankeschön! Auch diese Seite hat jetzt grösstenteils eine Voluntärin (Eva) erstellt.
Weitere Informationen zum Thema Volontär-Einsatz auf Düsternbrook finden Sie auf der Internetseite von Ecoteer.




